Geschichte
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 23:01 Uhr
Nur ein Querschnitt durch die Vereinsgeschichte soll es sein, denn wollte der Chronist alle Daten, Ereignisse und auch den damit in Frage kommenden Personenkreis aufführen, so reichte der zur Verfügung stehende Raum nicht aus, um alles was in siebeneinhalb Jahrzehnten geschah, auch nur annähernd zu schildern. Im Mai 1919 fand sich eine Anzahl junger Männer aus der damals noch selbständigen Gemeinde Leithe zusammen. Sie gründeten einen Fußballverein und gaben ihm den Namen 'Spiel und Sport'. Aller Anfang ist schwer, das mussten auch die Gründer erfahren. Ein Gründungskapital war nicht vorhanden, die Mitgliedsbeiträge der etwa 30 Mitglieder reichten nicht aus, um Ballmaterial, Sportkleidung und Sonstiges zu beschaffen. Die Idealisten trugen die Kosten, d. h. sie kauften sich von eigenem Geld die Sachen, die sie benötigten und begannen, einen Spielbetrieb mit vorerst einer Mannschaft aufzuziehen. Gleich im ersten Spiel gegen den damaligen B.V. Wattenscheid - übrigens auch eine Neugründung - trug man eine hohe Packung mit nach Hause. Doch man ließ sich nicht verdrießen.
Bei weiteren Vereinen, bei denen man zu Gast weilte - einen eigenen Platz besaß der Verein zu der Zeit nicht - spielte man mit wechselndem Erfolg. Immer mehr junge Leute fanden Gefallen am Spiel. Eine zweite Mannschaft wurde aufgestellt. Die Vorstandsleitung bemühte sich verstärkt um einen eigenen Platz, denn auf Dauer war dieser Zustand nicht haltbar. Nicht nur, dass man immer draußen spielte, man hatte ja auch keine Trainingsmöglichkeiten. Die damalige Gemeindevertretung nahm den Sport nicht ernst. Ein Teil der alten Herren bezeichnete Sport als Faxerei. Das soll kein Vorwurf sein, aber vor 75 Jahren war es halt so.
Erst ein Jahr später ließen sich die Einsichtigen davon überzeugen, wie notwendig ein Sportplatz war. Die Gemeindeverwaltung pachtete von der Zechenverwaltung Rheinelbe das Gelände am Gasometer und stellte es dem Verein zur Verfügung. Nun hatte der Verein eine sportliche Heimstätte, doch es kostete auch manchen Tropfen Schweiß, ehe der Platz bespielbar war. Die Vereinsleitung suchte nun um Aufnahme in den damaligen 'Westdeutschen Spielverband' nach. Aber die Verantwortlichen Männer im 'W.S.V.' dachten noch zu konservativ, sie glaubten, dass die Existenz ihrer alten Vereine durch Aufnahme neuer Vereine bedroht sei, und lehnten ab. Auch ein Fehlschuss, wie es die Entwicklung im Fußballsport gezeigt hat.
Man spielte vorerst wild weiter - denn alle nicht im 'W.S.V.' aufgenommenen Vereine wurden als 'wilde Vereine' bezeichnet. Die von den sogenannten wilden Vereinen aufgezogenen Sportfeste und Turniere wurden gut besucht. Man betätigte sich sportlich und errang manchmal recht pompöse Titel. So wurde die 1. Mannschaft einmal auf einem Fußballturnier in Bochum-Querenburg Meister von Rheinland und Westfalen. Auch in der Leichtathletik, die auf diesen Sportfesten zum Zuge kam, wurden einige Erfolge erzielt. Im Spätsommer des Jahres 1920 trafen sich die Delegierten der unorganisierten Vereine, etwa 130 an der Zahl, auf einer Tagung und hoben den Emschertaler Spielverband aus der Taufe. Nun wurden auch die Männer im 'W.S.V.' hellhörig, gaben den Aufnahmegesuchen der Vereine statt und verhinderten damit, dass der neue Verband zum Zuge kam. Der Verein kam nun in die Obhut des 'W.S.V.' zu einem geregelten Spielbetrieb, wurde der Gelsenkirchener Gruppe zugeteilt und trug in der Spielsaison 1921/1922 erstmalig Meisterschaftsspiele aus. Man sicherte sich einen guten Mittelfeldplatz in der Tabelle. In dem folgenden Jahr kam man nicht recht vorwärts; die Inflation, die ihrem Höhepunkt entgegenging, hemmte auch den sportlichen Gedanken und das Ideengut. Die Zahl der Vereinsmitglieder war auf ein kleines Häuflein zusammengeschmolzen, doch hielt diese kleine Anzahl treu und zäh an den sportlichen Zielen und Ideen fest und bewahrte den Verein vor dem völligen Zerfall.
Hatte man bisher nur mit Seniorenmannschaften gespielt, so legte die Vereinsleitung in Zukunft besonderen Wert auf Jugendarbeit. Jugendliche ab 14 Jahren wurden aufgefordert, dem Verein beizutreten. Der Erfolg blieb nicht aus. Im Spieljahr 1924/25 startete der Verein mit 2 Senioren- und 2 Jugendmannschaften. Weiter wurde die Jugendarbeit zielbewusst gefördert, so dass in den Jahren 1928/31 die Jugendmannschaften an Zahl die Stamm-Mannschaften bald überflügelten. Nicht nur Jugend, sondern auch Schülermannschaften traten auf den Plan und belebten den Spielbetrieb außerordentlich. Das gab natürlich Auftrieb, und alle verantwortlichen Männer im Verein sahen sich bestätigt, dass alle Mühen und Opfer an Zeit und Geld nicht umsonst aufgebracht waren. Aber auch der äußere Erfolg blieb nicht aus. Im Spieljahr 1931/32 gelang es der 1. Mannschaft, die der Bezirksklasse Gelsenkirchen zugeteilt war, Bezirksmeister zu werden. Die Bezirksklasse war in 2 Gruppen unterteilt. In der ersten Gruppe gingen die Rot-Weißen ungeschlagen durchs Ziel, in der zweiten Gruppe schaffte es der C. f. R. Rotthausen. In dem entscheidenden Treffen um die Bezirksmeisterschaft, das auf dem neutralen Platz der 96ziger aus Schalke ausgetragen wurde, gelang es den Rot-Weißen ihren spielstarken Gegner aus Rotthausen mit 3:2 Toren aus dem Rennen zu werfen. Leider fiel aber ein Wermutstropfen in den Becher der Freude über den hart erkämpften Erfolg, ein Aufstieg in die nächsthöhere Klasse, wie es sonst üblich war, fand nicht statt. Die Wahlversammlung des 'W.S.V.' hatte nämlich den sogenannten 'neuen Weg' beschlossen, in andern Worten ausgedrückt; es fand weder ein Aufstieg noch ein Abstieg statt. Proteste der aufstiegsberechtigten Vereine blieben ohne Erfolg. Aber dieses war nicht der einzige Erfolg, den diese junge Mannschaft, die fast ausschließlich aus dem eigenen Nachwuchs des Vereins hervorgegangen war, erzielte. In diesem Spieljahr wurde erstmalig der Pokalwettbewerb, der auch in späteren Jahren bei den fußballbegeisterten Massen großen Anklang fand und heute noch findet, ausgetragen. Es waren gerade geradezu sensationelle Erfolge, die diese junge Rot-Weiße Mannschaft in diesen Spielen um den Pokal errang. Wann trifft es einmal zu, dass eine viertklassige Mannschaft eine erstklassige Mannschaft schlägt, wenn es um sogenannte höhere Ehren geht. Die Austragung der Pokalspiele fand nach folgendem Plan statt: Zunächst standen sich die klassengleichen Vereine gegenüber, dann traten die letzten 4 mit den nächsthöheren Klasse in den Wettbewerb. Waren die Spiele gegen die klassengleichen Mannschaften nicht so schwer, so änderte sich das Bild, als man nun gegen klassenhöhere Gegner oder gar gegen die beste westdeutsche Klasse antreten musste. Die junge Mannschaft eilte von Sieg zu Sieg, doch als die Ruhrbezirksliga in den Wettbewerb eingriff, gab selbst der einheimische Anhang der Mannschaft keine Chance mehr. Dieser Klasse gehörten damals FC Schalke 04 - der allerdings an diesem Wettbewerb nicht teilnahm - SW Essen, SV Höntrop, Gelsenkirchen 07, Union Gelsenkirchen, SV Rotthausen und weitere an. Nachdem die letzten Gegner aus der 2ten Klasse Westfalia Bochum und der SV Schüren 08 mit 3:2 bzw. 7:3 bezwungen waren, ergab die nächste Auslosung: Union Gelsenkirchen - Rot-Weiß Leithe. Union war Gastgeber und haushoher Favorit, zudem sie noch zuvor die Sp.Fr. Katernberg mit 7:1 geschlagen nach Hause schickten. Die Rot-Weißen gingen unbekümmert in den Kampf, sie hatten nichts zu verlieren, und zur größten Überraschung aller Zuschauer und Freude ihrer Anhänger gewannen sie das Spiel mit 1:0. Die nächste Auslosung ergab die Paarung: Gelsenkirchen 07 - Rot-Weiß Leithe; wieder mussten die Rot-Weißen in die Höhle des Löwen. Die 'gelbe Gefahr', wie die 07er noch heute genannt werden, ohne die Spielstärke von damals zu repräsentieren - war im letzten Pokalspiel Sieger über SW Essen geblieben, wurde in der gesamten Sportpresse als diejenige Mannschaft angesehen, die den Siegeszug der Leither endgültig stoppen würde, zudem 07 noch auf eigenem Platz spielte. Alle Voraussagen wurden auf den Kopf gestellt. Die Rot-Weißen spielten groß auf, erzielten bis zur Pause 2 bildschöne Tore und verteidigten diesen Vorsprung zäh und verbissen, ließen dem Gegner nur einmal eine Gelegenheit, ein Tor aufzuholen. Fünf Wochen später schieden die Rot-Weißen, die zu den letzten 4 gehörten, gegen Arminia Marten aus dem Pokalwettbewerb aus, ohne allerdings auf dem Rasen bezwungen worden zu sein. Das Spiel endete 2:2 und wurde kurz vor dem Ende vom Schiedsrichter wegen einer Unsportlichkeit eines Leither Spielers abgebrochen und am grünen Tisch für die Rot-Weißen als verloren erklärt.
Hatte man in den früheren Jahren die engere, sowie die weitere Heimat durch Gastspielreisen kennengelernt, an der sich fast alle beteiligten, so versuchte man auf Grund der Spielstärke der 1. Mannschaft auch im Ausland, und zwar in Holland, mit Erfolg Spielabschlüsse zu tätigen. Drei Gastspiele wurden gegen die beste 2. holländische Klasse ausgetragen. Davon wurden 2 gewonnen, eins ging mit 2:3 knapp verloren, dabei lernte man die ja sprichwörtliche Gastfreundlichkeit der Niederländer kennen. Der Footballklub Hillegom brachte in eigenen Autobussen die Rot-Weißen nach dem 20km weiter gelegenen Seebad Zandvoord und zeigte ihnen die Reize eines holländischen Seebades. 1932 erreichte der Verein spielerisch seinen Glanz- und Höhepunkt trotz schwerer wirtschaftlicher Depression. Die Zahl der Erwerbslosen näherte sich in Deutschland der 7 Millionengrenze. Trotz alledem betreute der Verein 3 Senioren, 6-7 Jugend- und Schülermannschaften, sowie eine Handballabteilung, die 1929 ins Leben gerufen wurde. Auch ihre beiden Mannschaften waren sportlich auf der Höhe. Die Schönwetterperiode ging 1933 zu Ende. Es folgte die politische Machtübernahme durch die NSDAP. Diese versuchte der Riesenarbeitslosigkeit mit anderen Mitteln Herr zu werden. So wurden im Zuge dieser Maßnahmen nicht weniger als neun Spieler der 1. Mannschaft als Landhelfer in den Osten von Deutschland verpflichtet. Bei den unteren Mannschaften war es ebenso. Man war kaum in der Lage, eine Seniorenmannschaft auf die Beine zu bringen. Die wirtschaftliche Lage im Verein wurde immer schwieriger. Junge Leute ohne Erwerb konnten natürlich keine Beiträge zahlen. Aufgrund dieser Verhältnisse konnte man es absehen, wann der Verein am Ende war. Die Vereinsleitung versuchte, all dem entgegenzuwirken und schlug der einberufenen Hauptversammlung vor, eine Fusion mit dem benachbarten Sportverein 'Rheinelbe' einzugehen. Dem Vorschlag wurde zugestimmt. Der SV Rheinelbe stimmte ebenfalls zu. Der neue Name lautete: 'Spielvereinigung Rheinelbe Rot-Weiß'. Die neu gewählte Vereinsführung bemühte sich redlich in den folgenden Jahren um eine Hebung der Spielstärke, aber ohne sonderlichen Erfolg. Es muss noch berücksichtigt werden, dass man durch die Fusion 'Rheinelbe' in eine höhere Klasse kam und an Spielstärke durch den Zugang von Seiten der Rot-Weiß-Spieler nichts gewann, denn es waren ja nur 2 Spieler der 1. Mannschaft von Rot-Weiß in die neugebildete Mannschaft eingegliedert worden. Im übrigen sei aber vermerkt, dass die Vereinsführung in der Jugend- und Breitenarbeit recht ersprießliche Arbeit geleistet hat, die sich im Laufe der Jahre ausgewirkt hätte. Doch leider zerstörte der unglückselige Krieg alle Hoffnungen. Wurde der Spielbetrieb in den ersten Kriegsjahren noch aufrecht erhalten, so kam er in den letzten Kriegsjahren infolge furchtbarer Zerstörungen völlig zum Erliegen. Nach dem Zusammenbruch regten sich die noch vorhandenen älteren Mitglieder aus dem Verein. Zusammen mit der sportfreudigen Jugend rief man erneut den Verein unter seinem alten Namen wieder ins Leben. Schwer, sehr schwer war dieses Beginnen. Ballmaterial, Sportkleidung, Fußballschuhe und alle sonstigen Dinge mussten beschafft werden, um den neuen, normalen Spielbetrieb aufzuziehen. Wer sich von den alten Sportfreunden noch erinnert, dass all dieses in der Zeit der sogenannten 'Zigarettenwährung' gelungen ist, der wundert sich heute noch.
Im Spieljahr 1948/49 führten die Rot-Weißen, die der 1. Kreisklasse Gelsenkirchen angehörten, bis zum vorletzten Meisterschaftsspiel die Tabelle an. Im letzten Spiel vergab man Sieg und Aufstieg. Doch im Spieljahr 1949/50 wurde der Aufstieg in die nächsthöhere Klasse geschafft. Der Erfolg war jedoch nicht von langer Dauer. Im folgenden Spieljahr rutschte man wieder ab und fand sich in der 1. Kreisklasse wieder. 1954/55 wurde der Verein dem Bochumer Kreis zugeteilt. Im Spieljahr 1956/57 gelang es den Rot-Weißen wieder den Gruppensieg zu erringen und in die Bezirksklasse aufzusteigen. Im Spiel um den Kreismeistertitel, das in Langendreer gegen den Sieger der 2. Gruppe TuRa Rüdinghausen ausgetragen wurde, behielten die Rot-Weißen die Oberhand und somit auch den Kreismeistertitel. Mit dieser Mannschaft- davon war man in Vereinskreisen überzeugt - glaubte man, auch in der höheren Spielklasse bestehen zu können; zumal es doch dem damaligen Vertragsligisten Wattenscheid 09 nur mit einem hauchdünnen 1:0 gelang, die Rot-Weißen zu bezwingen. Im Herbst 1958 untersagte die GBAG die Spieltätigkeit auf ihrem Gelände. Allerdings kam der Blitz nicht aus heiterem Himmel. Die GBAG hatte schon früher angekündigt, dass das Gelände zum Wohnungsbau benötigt werde.. Ein Verein, der immerhin 8-10 Mannschaften betreute, außer den Reservespielern, stand vor dem Nichts. Erst langwierige Verhandlungen mit der Stadtverwaltung um die Freigabe der neuerstellten Sportanlage an der Lohrheide führten zu einem allerdings nur bedingten Erfolg. Die neue Sportanlage durfte von der 1. Mannschaft sowie Reservemannschaft nur in M-Spielen benutzt werden. Zum Training wurde der Platz nicht freigegeben. Zwar wurden der Sportplatz am Stadtgarten und auch der Sportplatz am Halfmannshof in Gelsenkirchen gelegentlich benutzt, aber das waren doch nur Behelfslösungen. Von einem normalen Spielbetrieb konnte keine Rede sein, noch weniger von einem intensiven Training. Für die Spiel- und Konditionsstärke der Mannschaften war dieser Zustand nicht förderlich, das wird keinen Einsichtigen überraschen. Es kam, wie es kommen musste, man war glücklich, den Verbleib in der Bezirksklasse geschafft zu haben. Auch die Spielsaison 1958/59 brachte keine Wende. Alle oben angeführten Schwierigkeiten wirkten sich noch aus, zudem 2 Abgänge und Verletzungen einiger anderer Spieler die frühere Spielstärke der 1. Mannschaft erheblich schwächten. So war es nicht verwunderlich, dass am Ende der Saison die 1. Mannschaft dem Abstieg verfallen war. Nun, vielen Vereinen geht es nicht besser, doch es werden immer neue Ziele gesteckt. Mit Mut und Vertrauen in die eigene Stärke sucht man das Verlorene wieder zu erringen. Was den Vereinsvorstand aber weiter bedrückte und Sorge bereitete, war der neue Platz, der in den Wintermonaten kaum bespielbar war. An ein regelmäßiges Training aller Mannschaften war überhaupt nicht zu denken. Dass unter diesen Umständen der Spielbetrieb mit neuen Mannschaften aufrecht erhalten wurde, zeigt dass der damalige Vereinsvorstand sich mit aller Tatkraft und Energie einsetzte, um der schwierigen Lage Herr zu werden. Auch die Spieler hatten Verständnis dafür, dass sie in dieser Zeit ihre Spiele überwiegend auf fremden Plätzen austragen mussten. Obwohl die Lage für die Spieler sowie den Vorstand manchmal bedrückend war, unternahm man oftmals Ausflüge und Fahrten in die weitere Umgebung, um die Sorgen zu vergessen. Im Jahr 1964 und 1965 erfolgte eine Fahrt nach Hoyerhagen, 1965 nach Uphusen und Berlin, 1968 Helgoland. Besonders die Fahrt nach Berlin beeindruckte uns sehr, weil wir trotz aller Sehenswürdigkeiten erkannten, dass hier eine Stadt die Aufteilung der Welt in 2 Machtblöcke symbolisierte.
Zwischenzeitlich ließ die Stadt den Rotgrandplatz an der Lohrheidestraße erstellen. Rot-Weiß Leithe hatte wieder eine Heimat. Die Vereinsleitung legte nun Wert auf eine intensive Jugendarbeit, um auf diese Art spielstarken Nachwuchs zu gewinnen. Erst im Jahre 1967/68 zeigten sich die Früchte dieser zielgerichteten Arbeit. Nach langer Zeit mischte die 1. Mannschaft um den Gruppensieg und Aufstieg mit, es langte nur für den 2. Platz, die spielstarke 1b von Wattenscheid 09 - gegen die man im Hin- und Rückspiel unentschieden spielte - errang Gruppensieg und Aufstieg. Auch in dem Spieljahr 1968/69 lief es vielversprechend an. Bis zur Mitte der Serie sah es noch gut aus, dann kam ein Leistungsabfall, bedingt durch Verletzungen einiger Spieler, so dass mit einem Gruppensieg nicht zu rechnen war. Schade, es wäre so schön gewesen.
Im Jahr 1969 feierte der Verein sein 50-jähriges Jubiläum in der Wattenscheider Stadthalle. Vorsitzender des Vereins war damals Adolf Grabienski. Am 03.01.1970 wurde Herbert Karsch zum 1. Vorsitzenden gewählt. Herr Karsch blieb Vorsitzender des Vereins bis zu seinem Tod am 12.01.1989. Durch den plötzlichen Tod des langjährigen, überaus engagierten Vorsitzenden geriet das Vereinsschiff ganz schön ins Trudeln. Herbert Karner übernahm am 23.01.1989 die Führung des Vereins.
Im Jahr 1977 stieg die 1. Mannschaft auf in die Bezirksklasse (Trainer Greschkowitz). Die Mannschaft konnte jedoch diesen Platz nicht halten und musste wiederum den Abstieg im Jahr 1980 hinnehmen. Im Jahr 1981 dann wieder Aufstieg mit Trainer Greschkowitz, aber im Jahr 1982 abermaliger Abstieg.
Im Januar 1984 wurde Albert Berg Ehrenvorsitzender des Vereins. Herr Berg verstarb im Oktober 1986.
Unser Jugendheim das vom Verein in Eigenarbeit auf dem Gelände Rotgrandplatz errichtet wurde, konnten wir am 21.11.1984 einweihen. Der Verein hat mit der Errichtung dieser Begegnungsstätte eine Heimat und Anlaufstelle, die von allen Mitgliedern und auch von den Leither Bürgern gern angenommen wird. Das Jugendheim wurde im Jahr 1992/93 erweitert und kann nun auch für Vereinsfeiern genutzt werden. Dadurch intensiviert sich das gesellschaftliche Leben des Vereins außerordentlich. Im Jahr 1993 wurde dann noch ein Kinderspielplatz für unsere Kleinsten errichtet, sodass auch schon die Jüngsten an das Vereinsleben herangeführt werden können.
Unser Verein zählt heute 455 Mitglieder, davon 134 allein in der Jugendabteilung.
Im Januar 1987 wurde Waldemar Stork Ehrenvorsitzender des Vereins. Diese Position füllt er bis zum heutigen Tage aus.
75 Jahre Fußball in Leithe. Wieviel Spiele mögen es gewesen sein, wieviel Siege wurden errungen, wieviel Niederlagen hingenommen? Die Freude am Sport ist immer noch die Triebfeder der fußballbegeisterten Jugend und das hoffen wir, wird so bleiben.
Unser Verein kann mit Stolz in die Vergangenheit schauen und hat allen Grund, diesen Tag festlich zu begehen. Auch in der Zukunft legen wir Wert darauf, junge Menschen mit dem sportlichen Gedanken vertraut zu machen und jungen ausländischen Freunden eine sportliche Heimat zu geben.
Allen Migliedern, Spielern, Helfern, Förderern, die in den 75 Jahren geholfen haben, die Geschicke des Vereins zu meistern und zu fördern, sei hier nochmals für ihre aufopfernde, oftmals schwierige Arbeit gedankt, den einen hervorzuheben, hieße den anderen zurückzusetzen.
Bei weiteren Vereinen, bei denen man zu Gast weilte - einen eigenen Platz besaß der Verein zu der Zeit nicht - spielte man mit wechselndem Erfolg. Immer mehr junge Leute fanden Gefallen am Spiel. Eine zweite Mannschaft wurde aufgestellt. Die Vorstandsleitung bemühte sich verstärkt um einen eigenen Platz, denn auf Dauer war dieser Zustand nicht haltbar. Nicht nur, dass man immer draußen spielte, man hatte ja auch keine Trainingsmöglichkeiten. Die damalige Gemeindevertretung nahm den Sport nicht ernst. Ein Teil der alten Herren bezeichnete Sport als Faxerei. Das soll kein Vorwurf sein, aber vor 75 Jahren war es halt so.
Erst ein Jahr später ließen sich die Einsichtigen davon überzeugen, wie notwendig ein Sportplatz war. Die Gemeindeverwaltung pachtete von der Zechenverwaltung Rheinelbe das Gelände am Gasometer und stellte es dem Verein zur Verfügung. Nun hatte der Verein eine sportliche Heimstätte, doch es kostete auch manchen Tropfen Schweiß, ehe der Platz bespielbar war. Die Vereinsleitung suchte nun um Aufnahme in den damaligen 'Westdeutschen Spielverband' nach. Aber die Verantwortlichen Männer im 'W.S.V.' dachten noch zu konservativ, sie glaubten, dass die Existenz ihrer alten Vereine durch Aufnahme neuer Vereine bedroht sei, und lehnten ab. Auch ein Fehlschuss, wie es die Entwicklung im Fußballsport gezeigt hat.
Man spielte vorerst wild weiter - denn alle nicht im 'W.S.V.' aufgenommenen Vereine wurden als 'wilde Vereine' bezeichnet. Die von den sogenannten wilden Vereinen aufgezogenen Sportfeste und Turniere wurden gut besucht. Man betätigte sich sportlich und errang manchmal recht pompöse Titel. So wurde die 1. Mannschaft einmal auf einem Fußballturnier in Bochum-Querenburg Meister von Rheinland und Westfalen. Auch in der Leichtathletik, die auf diesen Sportfesten zum Zuge kam, wurden einige Erfolge erzielt. Im Spätsommer des Jahres 1920 trafen sich die Delegierten der unorganisierten Vereine, etwa 130 an der Zahl, auf einer Tagung und hoben den Emschertaler Spielverband aus der Taufe. Nun wurden auch die Männer im 'W.S.V.' hellhörig, gaben den Aufnahmegesuchen der Vereine statt und verhinderten damit, dass der neue Verband zum Zuge kam. Der Verein kam nun in die Obhut des 'W.S.V.' zu einem geregelten Spielbetrieb, wurde der Gelsenkirchener Gruppe zugeteilt und trug in der Spielsaison 1921/1922 erstmalig Meisterschaftsspiele aus. Man sicherte sich einen guten Mittelfeldplatz in der Tabelle. In dem folgenden Jahr kam man nicht recht vorwärts; die Inflation, die ihrem Höhepunkt entgegenging, hemmte auch den sportlichen Gedanken und das Ideengut. Die Zahl der Vereinsmitglieder war auf ein kleines Häuflein zusammengeschmolzen, doch hielt diese kleine Anzahl treu und zäh an den sportlichen Zielen und Ideen fest und bewahrte den Verein vor dem völligen Zerfall.
Hatte man bisher nur mit Seniorenmannschaften gespielt, so legte die Vereinsleitung in Zukunft besonderen Wert auf Jugendarbeit. Jugendliche ab 14 Jahren wurden aufgefordert, dem Verein beizutreten. Der Erfolg blieb nicht aus. Im Spieljahr 1924/25 startete der Verein mit 2 Senioren- und 2 Jugendmannschaften. Weiter wurde die Jugendarbeit zielbewusst gefördert, so dass in den Jahren 1928/31 die Jugendmannschaften an Zahl die Stamm-Mannschaften bald überflügelten. Nicht nur Jugend, sondern auch Schülermannschaften traten auf den Plan und belebten den Spielbetrieb außerordentlich. Das gab natürlich Auftrieb, und alle verantwortlichen Männer im Verein sahen sich bestätigt, dass alle Mühen und Opfer an Zeit und Geld nicht umsonst aufgebracht waren. Aber auch der äußere Erfolg blieb nicht aus. Im Spieljahr 1931/32 gelang es der 1. Mannschaft, die der Bezirksklasse Gelsenkirchen zugeteilt war, Bezirksmeister zu werden. Die Bezirksklasse war in 2 Gruppen unterteilt. In der ersten Gruppe gingen die Rot-Weißen ungeschlagen durchs Ziel, in der zweiten Gruppe schaffte es der C. f. R. Rotthausen. In dem entscheidenden Treffen um die Bezirksmeisterschaft, das auf dem neutralen Platz der 96ziger aus Schalke ausgetragen wurde, gelang es den Rot-Weißen ihren spielstarken Gegner aus Rotthausen mit 3:2 Toren aus dem Rennen zu werfen. Leider fiel aber ein Wermutstropfen in den Becher der Freude über den hart erkämpften Erfolg, ein Aufstieg in die nächsthöhere Klasse, wie es sonst üblich war, fand nicht statt. Die Wahlversammlung des 'W.S.V.' hatte nämlich den sogenannten 'neuen Weg' beschlossen, in andern Worten ausgedrückt; es fand weder ein Aufstieg noch ein Abstieg statt. Proteste der aufstiegsberechtigten Vereine blieben ohne Erfolg. Aber dieses war nicht der einzige Erfolg, den diese junge Mannschaft, die fast ausschließlich aus dem eigenen Nachwuchs des Vereins hervorgegangen war, erzielte. In diesem Spieljahr wurde erstmalig der Pokalwettbewerb, der auch in späteren Jahren bei den fußballbegeisterten Massen großen Anklang fand und heute noch findet, ausgetragen. Es waren gerade geradezu sensationelle Erfolge, die diese junge Rot-Weiße Mannschaft in diesen Spielen um den Pokal errang. Wann trifft es einmal zu, dass eine viertklassige Mannschaft eine erstklassige Mannschaft schlägt, wenn es um sogenannte höhere Ehren geht. Die Austragung der Pokalspiele fand nach folgendem Plan statt: Zunächst standen sich die klassengleichen Vereine gegenüber, dann traten die letzten 4 mit den nächsthöheren Klasse in den Wettbewerb. Waren die Spiele gegen die klassengleichen Mannschaften nicht so schwer, so änderte sich das Bild, als man nun gegen klassenhöhere Gegner oder gar gegen die beste westdeutsche Klasse antreten musste. Die junge Mannschaft eilte von Sieg zu Sieg, doch als die Ruhrbezirksliga in den Wettbewerb eingriff, gab selbst der einheimische Anhang der Mannschaft keine Chance mehr. Dieser Klasse gehörten damals FC Schalke 04 - der allerdings an diesem Wettbewerb nicht teilnahm - SW Essen, SV Höntrop, Gelsenkirchen 07, Union Gelsenkirchen, SV Rotthausen und weitere an. Nachdem die letzten Gegner aus der 2ten Klasse Westfalia Bochum und der SV Schüren 08 mit 3:2 bzw. 7:3 bezwungen waren, ergab die nächste Auslosung: Union Gelsenkirchen - Rot-Weiß Leithe. Union war Gastgeber und haushoher Favorit, zudem sie noch zuvor die Sp.Fr. Katernberg mit 7:1 geschlagen nach Hause schickten. Die Rot-Weißen gingen unbekümmert in den Kampf, sie hatten nichts zu verlieren, und zur größten Überraschung aller Zuschauer und Freude ihrer Anhänger gewannen sie das Spiel mit 1:0. Die nächste Auslosung ergab die Paarung: Gelsenkirchen 07 - Rot-Weiß Leithe; wieder mussten die Rot-Weißen in die Höhle des Löwen. Die 'gelbe Gefahr', wie die 07er noch heute genannt werden, ohne die Spielstärke von damals zu repräsentieren - war im letzten Pokalspiel Sieger über SW Essen geblieben, wurde in der gesamten Sportpresse als diejenige Mannschaft angesehen, die den Siegeszug der Leither endgültig stoppen würde, zudem 07 noch auf eigenem Platz spielte. Alle Voraussagen wurden auf den Kopf gestellt. Die Rot-Weißen spielten groß auf, erzielten bis zur Pause 2 bildschöne Tore und verteidigten diesen Vorsprung zäh und verbissen, ließen dem Gegner nur einmal eine Gelegenheit, ein Tor aufzuholen. Fünf Wochen später schieden die Rot-Weißen, die zu den letzten 4 gehörten, gegen Arminia Marten aus dem Pokalwettbewerb aus, ohne allerdings auf dem Rasen bezwungen worden zu sein. Das Spiel endete 2:2 und wurde kurz vor dem Ende vom Schiedsrichter wegen einer Unsportlichkeit eines Leither Spielers abgebrochen und am grünen Tisch für die Rot-Weißen als verloren erklärt.
Hatte man in den früheren Jahren die engere, sowie die weitere Heimat durch Gastspielreisen kennengelernt, an der sich fast alle beteiligten, so versuchte man auf Grund der Spielstärke der 1. Mannschaft auch im Ausland, und zwar in Holland, mit Erfolg Spielabschlüsse zu tätigen. Drei Gastspiele wurden gegen die beste 2. holländische Klasse ausgetragen. Davon wurden 2 gewonnen, eins ging mit 2:3 knapp verloren, dabei lernte man die ja sprichwörtliche Gastfreundlichkeit der Niederländer kennen. Der Footballklub Hillegom brachte in eigenen Autobussen die Rot-Weißen nach dem 20km weiter gelegenen Seebad Zandvoord und zeigte ihnen die Reize eines holländischen Seebades. 1932 erreichte der Verein spielerisch seinen Glanz- und Höhepunkt trotz schwerer wirtschaftlicher Depression. Die Zahl der Erwerbslosen näherte sich in Deutschland der 7 Millionengrenze. Trotz alledem betreute der Verein 3 Senioren, 6-7 Jugend- und Schülermannschaften, sowie eine Handballabteilung, die 1929 ins Leben gerufen wurde. Auch ihre beiden Mannschaften waren sportlich auf der Höhe. Die Schönwetterperiode ging 1933 zu Ende. Es folgte die politische Machtübernahme durch die NSDAP. Diese versuchte der Riesenarbeitslosigkeit mit anderen Mitteln Herr zu werden. So wurden im Zuge dieser Maßnahmen nicht weniger als neun Spieler der 1. Mannschaft als Landhelfer in den Osten von Deutschland verpflichtet. Bei den unteren Mannschaften war es ebenso. Man war kaum in der Lage, eine Seniorenmannschaft auf die Beine zu bringen. Die wirtschaftliche Lage im Verein wurde immer schwieriger. Junge Leute ohne Erwerb konnten natürlich keine Beiträge zahlen. Aufgrund dieser Verhältnisse konnte man es absehen, wann der Verein am Ende war. Die Vereinsleitung versuchte, all dem entgegenzuwirken und schlug der einberufenen Hauptversammlung vor, eine Fusion mit dem benachbarten Sportverein 'Rheinelbe' einzugehen. Dem Vorschlag wurde zugestimmt. Der SV Rheinelbe stimmte ebenfalls zu. Der neue Name lautete: 'Spielvereinigung Rheinelbe Rot-Weiß'. Die neu gewählte Vereinsführung bemühte sich redlich in den folgenden Jahren um eine Hebung der Spielstärke, aber ohne sonderlichen Erfolg. Es muss noch berücksichtigt werden, dass man durch die Fusion 'Rheinelbe' in eine höhere Klasse kam und an Spielstärke durch den Zugang von Seiten der Rot-Weiß-Spieler nichts gewann, denn es waren ja nur 2 Spieler der 1. Mannschaft von Rot-Weiß in die neugebildete Mannschaft eingegliedert worden. Im übrigen sei aber vermerkt, dass die Vereinsführung in der Jugend- und Breitenarbeit recht ersprießliche Arbeit geleistet hat, die sich im Laufe der Jahre ausgewirkt hätte. Doch leider zerstörte der unglückselige Krieg alle Hoffnungen. Wurde der Spielbetrieb in den ersten Kriegsjahren noch aufrecht erhalten, so kam er in den letzten Kriegsjahren infolge furchtbarer Zerstörungen völlig zum Erliegen. Nach dem Zusammenbruch regten sich die noch vorhandenen älteren Mitglieder aus dem Verein. Zusammen mit der sportfreudigen Jugend rief man erneut den Verein unter seinem alten Namen wieder ins Leben. Schwer, sehr schwer war dieses Beginnen. Ballmaterial, Sportkleidung, Fußballschuhe und alle sonstigen Dinge mussten beschafft werden, um den neuen, normalen Spielbetrieb aufzuziehen. Wer sich von den alten Sportfreunden noch erinnert, dass all dieses in der Zeit der sogenannten 'Zigarettenwährung' gelungen ist, der wundert sich heute noch.
Im Spieljahr 1948/49 führten die Rot-Weißen, die der 1. Kreisklasse Gelsenkirchen angehörten, bis zum vorletzten Meisterschaftsspiel die Tabelle an. Im letzten Spiel vergab man Sieg und Aufstieg. Doch im Spieljahr 1949/50 wurde der Aufstieg in die nächsthöhere Klasse geschafft. Der Erfolg war jedoch nicht von langer Dauer. Im folgenden Spieljahr rutschte man wieder ab und fand sich in der 1. Kreisklasse wieder. 1954/55 wurde der Verein dem Bochumer Kreis zugeteilt. Im Spieljahr 1956/57 gelang es den Rot-Weißen wieder den Gruppensieg zu erringen und in die Bezirksklasse aufzusteigen. Im Spiel um den Kreismeistertitel, das in Langendreer gegen den Sieger der 2. Gruppe TuRa Rüdinghausen ausgetragen wurde, behielten die Rot-Weißen die Oberhand und somit auch den Kreismeistertitel. Mit dieser Mannschaft- davon war man in Vereinskreisen überzeugt - glaubte man, auch in der höheren Spielklasse bestehen zu können; zumal es doch dem damaligen Vertragsligisten Wattenscheid 09 nur mit einem hauchdünnen 1:0 gelang, die Rot-Weißen zu bezwingen. Im Herbst 1958 untersagte die GBAG die Spieltätigkeit auf ihrem Gelände. Allerdings kam der Blitz nicht aus heiterem Himmel. Die GBAG hatte schon früher angekündigt, dass das Gelände zum Wohnungsbau benötigt werde.. Ein Verein, der immerhin 8-10 Mannschaften betreute, außer den Reservespielern, stand vor dem Nichts. Erst langwierige Verhandlungen mit der Stadtverwaltung um die Freigabe der neuerstellten Sportanlage an der Lohrheide führten zu einem allerdings nur bedingten Erfolg. Die neue Sportanlage durfte von der 1. Mannschaft sowie Reservemannschaft nur in M-Spielen benutzt werden. Zum Training wurde der Platz nicht freigegeben. Zwar wurden der Sportplatz am Stadtgarten und auch der Sportplatz am Halfmannshof in Gelsenkirchen gelegentlich benutzt, aber das waren doch nur Behelfslösungen. Von einem normalen Spielbetrieb konnte keine Rede sein, noch weniger von einem intensiven Training. Für die Spiel- und Konditionsstärke der Mannschaften war dieser Zustand nicht förderlich, das wird keinen Einsichtigen überraschen. Es kam, wie es kommen musste, man war glücklich, den Verbleib in der Bezirksklasse geschafft zu haben. Auch die Spielsaison 1958/59 brachte keine Wende. Alle oben angeführten Schwierigkeiten wirkten sich noch aus, zudem 2 Abgänge und Verletzungen einiger anderer Spieler die frühere Spielstärke der 1. Mannschaft erheblich schwächten. So war es nicht verwunderlich, dass am Ende der Saison die 1. Mannschaft dem Abstieg verfallen war. Nun, vielen Vereinen geht es nicht besser, doch es werden immer neue Ziele gesteckt. Mit Mut und Vertrauen in die eigene Stärke sucht man das Verlorene wieder zu erringen. Was den Vereinsvorstand aber weiter bedrückte und Sorge bereitete, war der neue Platz, der in den Wintermonaten kaum bespielbar war. An ein regelmäßiges Training aller Mannschaften war überhaupt nicht zu denken. Dass unter diesen Umständen der Spielbetrieb mit neuen Mannschaften aufrecht erhalten wurde, zeigt dass der damalige Vereinsvorstand sich mit aller Tatkraft und Energie einsetzte, um der schwierigen Lage Herr zu werden. Auch die Spieler hatten Verständnis dafür, dass sie in dieser Zeit ihre Spiele überwiegend auf fremden Plätzen austragen mussten. Obwohl die Lage für die Spieler sowie den Vorstand manchmal bedrückend war, unternahm man oftmals Ausflüge und Fahrten in die weitere Umgebung, um die Sorgen zu vergessen. Im Jahr 1964 und 1965 erfolgte eine Fahrt nach Hoyerhagen, 1965 nach Uphusen und Berlin, 1968 Helgoland. Besonders die Fahrt nach Berlin beeindruckte uns sehr, weil wir trotz aller Sehenswürdigkeiten erkannten, dass hier eine Stadt die Aufteilung der Welt in 2 Machtblöcke symbolisierte.
Zwischenzeitlich ließ die Stadt den Rotgrandplatz an der Lohrheidestraße erstellen. Rot-Weiß Leithe hatte wieder eine Heimat. Die Vereinsleitung legte nun Wert auf eine intensive Jugendarbeit, um auf diese Art spielstarken Nachwuchs zu gewinnen. Erst im Jahre 1967/68 zeigten sich die Früchte dieser zielgerichteten Arbeit. Nach langer Zeit mischte die 1. Mannschaft um den Gruppensieg und Aufstieg mit, es langte nur für den 2. Platz, die spielstarke 1b von Wattenscheid 09 - gegen die man im Hin- und Rückspiel unentschieden spielte - errang Gruppensieg und Aufstieg. Auch in dem Spieljahr 1968/69 lief es vielversprechend an. Bis zur Mitte der Serie sah es noch gut aus, dann kam ein Leistungsabfall, bedingt durch Verletzungen einiger Spieler, so dass mit einem Gruppensieg nicht zu rechnen war. Schade, es wäre so schön gewesen.
Im Jahr 1969 feierte der Verein sein 50-jähriges Jubiläum in der Wattenscheider Stadthalle. Vorsitzender des Vereins war damals Adolf Grabienski. Am 03.01.1970 wurde Herbert Karsch zum 1. Vorsitzenden gewählt. Herr Karsch blieb Vorsitzender des Vereins bis zu seinem Tod am 12.01.1989. Durch den plötzlichen Tod des langjährigen, überaus engagierten Vorsitzenden geriet das Vereinsschiff ganz schön ins Trudeln. Herbert Karner übernahm am 23.01.1989 die Führung des Vereins.
Im Jahr 1977 stieg die 1. Mannschaft auf in die Bezirksklasse (Trainer Greschkowitz). Die Mannschaft konnte jedoch diesen Platz nicht halten und musste wiederum den Abstieg im Jahr 1980 hinnehmen. Im Jahr 1981 dann wieder Aufstieg mit Trainer Greschkowitz, aber im Jahr 1982 abermaliger Abstieg.
Im Januar 1984 wurde Albert Berg Ehrenvorsitzender des Vereins. Herr Berg verstarb im Oktober 1986.
Unser Jugendheim das vom Verein in Eigenarbeit auf dem Gelände Rotgrandplatz errichtet wurde, konnten wir am 21.11.1984 einweihen. Der Verein hat mit der Errichtung dieser Begegnungsstätte eine Heimat und Anlaufstelle, die von allen Mitgliedern und auch von den Leither Bürgern gern angenommen wird. Das Jugendheim wurde im Jahr 1992/93 erweitert und kann nun auch für Vereinsfeiern genutzt werden. Dadurch intensiviert sich das gesellschaftliche Leben des Vereins außerordentlich. Im Jahr 1993 wurde dann noch ein Kinderspielplatz für unsere Kleinsten errichtet, sodass auch schon die Jüngsten an das Vereinsleben herangeführt werden können.
Unser Verein zählt heute 455 Mitglieder, davon 134 allein in der Jugendabteilung.
Im Januar 1987 wurde Waldemar Stork Ehrenvorsitzender des Vereins. Diese Position füllt er bis zum heutigen Tage aus.
75 Jahre Fußball in Leithe. Wieviel Spiele mögen es gewesen sein, wieviel Siege wurden errungen, wieviel Niederlagen hingenommen? Die Freude am Sport ist immer noch die Triebfeder der fußballbegeisterten Jugend und das hoffen wir, wird so bleiben.
Unser Verein kann mit Stolz in die Vergangenheit schauen und hat allen Grund, diesen Tag festlich zu begehen. Auch in der Zukunft legen wir Wert darauf, junge Menschen mit dem sportlichen Gedanken vertraut zu machen und jungen ausländischen Freunden eine sportliche Heimat zu geben.
Allen Migliedern, Spielern, Helfern, Förderern, die in den 75 Jahren geholfen haben, die Geschicke des Vereins zu meistern und zu fördern, sei hier nochmals für ihre aufopfernde, oftmals schwierige Arbeit gedankt, den einen hervorzuheben, hieße den anderen zurückzusetzen.

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